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Miteinander voneinander profitieren - Generationsübergreifendes Wohnen

Die gesellschaftliche Situation in Westeuropa hat sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert: Oma und Opa mit KindernGenerationsübergreifendes Wohnen ist möglich!
Foto: © Imaginis
Dank der Fortschritte auf medizinischem Gebiet und der stark verbesserten Lebensbedingungen ist das Durchschnittsalter der Menschen deutlich gestiegen. Hinzu kommt, dass sich immer weniger junge Erwachsene entschließen, eine Familie mit Kindern zu gründen. Das führt dazu, dass die Alterspyramide inzwischen kopfsteht.

Kinder und Senioren - Leidtragende des Zeitmangels
Gerade für Kinder und Senioren schafft der heutige Alltag Probleme. Die arbeitende Generation ist auf sich selbst fixiert und versucht, in und mit dem hektischen Leben zurechtzukommen. Die Folge: Niemand hat mehr Zeit für seine Nachbarn, oft genug auch nicht für die eigenen Eltern oder selbst für die eigenen Kinder. So fühlt sich manch einer schnell und leider auch oft zu Recht vernachlässigt. Für Heranwachsende sind die Folgen der schleichenden Vernachlässigung besonders katastrophal. Aus der eigenen Unsicherheit finden sie schnell falsche Vorbilder oder lernen nicht, dass das Leben ein stetes Lernen des Umgangs mit Konsequenzen ist.

Letzte Lösung - Altersheim?
Senioren sind oftmals längst nicht so fit und vital, wie es uns die Werbung gerne vermitteln möchte. Sobald kleinere Schwierigkeiten auftreten, den Alltag selbstständig zu bestreiten, bieten sich zwar ambulante Pflegedienste an. Aber gerade bei gehbehinderten Menschen besteht hier die Gefahr der sozialen Isolation - man ist in den eigenen vier Wänden gefangen. Wenn Angehörige nicht ein hohes Maß an persönlichem Einsatz aufbringen können, um dem zu entgehen, bleibt oft genug als letzter Ausweg ein unpersönliches Altenheim.

Alt und Jung zusammenbringen
Dabei gibt es mittlerweile einige Projekte, die an die Lebensform früherer Jahrhunderte anknüpfen und sie auf die geänderten Erfordernisse der heutigen Zeit zuschneiden. Das Zauberwort heißt "Generationsübergreifendes Wohnen". Wenn schon wegen der veränderten Arbeitsmarktsituation das Leben in einer Großfamilie kaum mehr möglich ist, sollen sich mehrere junge Familien, Singles, Alleinerziehende, Senioren als Paare oder allein in einem Wohnkomplex zusammentun. Jeder hat hier selbstverständlich eine eigene Wohnung und kann dort schalten und walten, wie es ihm passt. Aber zugleich gibt es viele Gemeinschaftsräume, in denen man garantiert Kontakte knüpfen kann.

Vom Miteinander profitieren
Da es sich um Bewohner vom Baby bis zum Greis handelt, können alle voneinander profitieren. Die Senioren haben die Möglichkeit, ihren Fähigkeiten und Neigungen entsprechend tätig zu werden. Hier bietet sich zum Beispiel die Hausaufgabenbetreuung, das gemeinsame Kochen oder auch das Babysitten an. Jugendliche hingegen können den Älteren bei Einkäufen oder bei der Gartenarbeit zur Hand gehen. Und die entlasteten jungen Eltern helfen ihrerseits bei beschwerlichen Arbeiten, Fahrdiensten oder Behördengängen.

Gemeinsam Lebensraum ausgestalten
Generationsübergreifendes Wohnen wird fast im gesamten deutschen Sprachraum staatlich oder kommunal gefördert. Dabei legen die Gesetzgeber jedoch großen Wert darauf, dass nicht der Eindruck der "Abschottung" entsteht. Das wird allein schon dadurch verhindert, dass diese Projekte zentral in die örtlichen Strukturen eingebettet werden, Einkaufsmöglichkeiten und Geschäfte sowie Schulen und Kindergärten in erreichbarer Nähe liegen. Das generationsübergreifende Wohnen stellt so eine wunderbare Alternative zu herkömmlichen Lebensmodellen dar, in der man seinen Alltag, beziehungsweise seinen Lebensraum gemeinsam gestaltet und von der jeweils anderen Generation profitiert.
Weitere Infos zum Thema Familie:
- Kinder und Trauer - Tipps für die Trauerarbeit mit Kindern