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Übergewicht bei Kindern

Immer häufiger kämpfen nicht nur Erwachsene mit ihrem Gewicht, sondern auch Kinder haben oftmals zu viel Fett auf den Rippen. Überflüssige Pfunde machen ihnen das Leben schwer. Im Kindergarten oder in der Schule Übergewichtige Kinder sollten lernen sich gesund
zu ernähren - Foto: © Yvonne Bogdanski
werden sie gehänselt und verspottet, beim Schulsport können sie nicht mithalten und die Eltern haben Probleme, ihren Nachwuchs passende Bekleidung zu kaufen. Hinzu kommen Erkrankungen wie Diabetes oder ein hoher Blutdruck. Und die Gelenke schmerzen, weil sie mehr Gewicht tragen müssen, als es eigentlich ihre Aufgabe wäre. Übergewicht bei Kindern ist mehr als nur ein Schönheitsproblem. Denn aus dicken Kindern werden meist auch übergewichtige Erwachsene.

Woran erkennen Eltern, dass ihr Nachwuchs ernsthaft Probleme mit seinem Gewicht hat?
Als grober Anhaltspunkt kann die Berechnung des Body-Maß-Index (BMI) herangezogen werden. Im Internet finden sich dazu spezielle BMI-Rechner für Kinder. Aber nicht nur ein errechneter Wert, sondern auch die nackten Tatsachen sprechen für sich. Wenn sich der Bauch immer mehr rundet, wenn Hosen am Bund nicht mehr zugehen und wenn Freunde oder Verwandte immer häufiger Bemerkungen über das Gewicht des Kindes machen, dann sollte das für die Eltern Grund genug sein, mit dem betreuenden Kinderarzt dieses Thema zu besprechen.

Ursachen für Übergewicht bei Kindern
Die Ursachen des Übergewichtes sind meist in mangelnder Bewegung und falscher Ernährung zu suchen. Leider verbringen immer mehr Kinder ihre Freizeit vor dem Fernseher oder vor diversen Spielkonsolen. Ihnen fehlt es schlichtweg an aktiven Beschäftigungen. Mit Freunden Fahrrad fahren, herumrennen, ums Haus toben, Fußballspielen - es gibt so viele Möglichkeiten, um Bewegung und Spaß miteinander zu kombinieren. Noch besser: ein Sportverein. Egal ob Reiten, Leichtathletik, Schwimmen oder Tanzen - durch einen Verein lernen Kinder "am Ball" zu bleiben und kontinuierlich etwas für ihr Wohlbefinden zu tun. Aber auch im Alltag kann viel dafür getan werden, dass Kinder mehr Bewegung bekommen. Eltern sollten ihre Kids nicht jeden Weg mit dem Auto fahren, sondern sich bei kurzen Strecken daran erinnern, dass sie zwei Beine zum Laufen mitbekommen haben. Statt den Lift zu nehmen, werden von nun an Treppen gestiegen und das Wochenendprogramm findet nicht mehr im heimischen Wohnzimmer, sondern draußen in der Natur statt.

Manchmal steckt hinter dem Übergewicht allerdings auch ein psychisches Problem. Irgendetwas belastet die kleine Kinderseele und durch vermehrtes Essen wird versucht, diese Angelegenheit zu kompensieren. Kommen die Eltern dem Problem allein nicht auf die Schliche, so sollte ein guter Kinderpsychologe herangezogen werden. Auf der anderen Seite können auch körperliche Erkrankungen, wie etwa eine Fehlfunktion der Schilddrüse, schuld am Übergewicht des Kindes sein. Nach einer eingehenden Untersuchung beim Kinderarzt sind Eltern und Kind schlauer und können die verschiedenen Herangehensweisen genau besprechen.

Tipps zum Abnehmen
Sport ist die eine Seite - Ernährung die andere. Wer regelmäßig Pommes, Chips und süße Getränke (wie Cola oder Limonade) konsumiert, der braucht sich nicht zu wundern, wenn die Waage schon wieder mehr anzeigt. Eine ausgewogene Ernährung ist die Basis, um ein angemessenes Körpergewicht zu erreichen. Auf dem Speiseplan sollten daher ausreichend Gemüse und Obst stehen. Die Regel "5 am Tag" ist ein guter Anhaltspunkt, um sich dabei selbst zu kontrollieren. "5 am Tag" bedeutet: 5 Portionen von diesen Lebensmitteln pro Tag verzehren - wobei eine Portion jeweils so groß wie die Faust des Kindes sein sollte. Wer abnehmen muss, der sollte Weißmehlprodukte nach Möglichkeit gänzlich aus der Küche verbannen. Vollkornbrot und Vollkornnudeln sättigen deutlich mehr als ihre weißen Kollegen und schmecken dabei mindestens genauso gut. Auch beim Brotbelag gibt es durchaus leckere Alternativen. Statt fettiger Leberwurst und kalorienreichem Doppelrahmfrischkäse kommen nun magere Wurst und fettarme Käsesorten auf den Tisch. Auf den Nachtisch braucht kein Kind zu verzichten - allerdings sollten hierbei Obstschnitze oder Gemüsesticks bevorzugt werden. Auch eine gute Wahl: Joghurt mit frisch püriertem Obst oder eine Quarkspeise mit fruchtiger Zitrone.

Sind Kinder wirklich stark übergewichtig, so ist es sehr schwer sie zu mehr Bewegung zu motivieren. Meist schämen sie sich, weil sie aufgrund ihrer Körperfülle beim Sport nicht hinterherkommen. Hinzu kommen schlechte Erfahrungen durch Hänseln oder Auslachen. Auch die Ernährungsumstellung kann sich häufig schwierig gestalten und Eltern fühlen sich mit der Gesamtsituation überfordert. Eine spezielle Mutter-Kind-Kur kann hier vielleicht ein erster Schritt in die richtige Richtung sein. Ausgewählte Kurheime bieten Schwerpunktkuren für übergewichtige Kinder an, welche genau auf die Bedürfnisse dieser Personengruppe zugeschnitten sind. In einer solchen Kur werden die Basics für eine gesunde Ernährung vermittelt, es wird gemeinsam gekocht und natürlich auch gemeinsam Sport getrieben. Und die Kinder sehen, dass es gar nicht so schwer ist, die Umstellung zu meistern und mehr Bewegung in ihren Tag zu integrieren.
Text: K. L.